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Liebe Leser & Leserinnen, liebe Freunde & Freundinnen von XTRA!

DER REGENBOGEN…

Im Pride-Monat Juni 2021 konnte man an verschiedenen Plätzen und Gebäuden österreichweit Regenbogenfahnen erkennen, auch die Wiener Straßenbahnlinien verkehrten wieder einmal entsprechend beflaggt. Wie aber kam es denn eigentlich zu dieser bedeutsamen Fahne?!

Der Künstler & Aktivist Gilbert Baker (1951–2017) wurde in den 1970er-Jahren beauftragt, für die queere Community ein positives Symbol zu entwerfen – er schuf also 1978 die Regenbogenfahne! Jede Farbe hatte dabei ihre Bedeutung: Pink für Sexualität, Rot für das Leben, Orange für Heilung, Gelb für die Sonne, Grün für die Natur, Türkis für die Kunst, Blau für Harmonie und Lila für Spiritualität – die erste Regenbogenfahne hatte damals also noch acht Farben; da Pink jedoch nicht als Massenware auf Fahnen umsetzbar war, wurde diese Farbe entfernt, ebenso wie Türkis, das bald darauf auch gestrichen wurde…

Die sechsfarbige Regenbogenfahne steht mittlerweile in zahlreichen Kulturen weltweit für Aufbruch, Veränderung und Frieden, sie gilt als Zeichen von Toleranz & Akzeptanz, der Vielfalt von Lebensformen, der Hoffnung und der Sehnsucht. Leider ist man über die starke Sichtbarkeit der queeren Gemeinschaft durch diese Fahne nicht überall erfreut, wurden in den letzten Tagen und Wochen viele dieser Fahnen doch verbrannt, zerstört und gestohlen. Und auch andere Regenbogensymbole – die Regenbogenbank in Innsbruck oder Salzburg etwa – wurden beschmiert oder zerstört. Die Innsbrucker Bank landete im Inn, jene in Salzburg bekam eine einfarbige Übermalung; und auch Fahnen auf Kirchen, Schulen oder Amtsgebäuden wurden entwendet…

Aber auch Meldungen zur gerade laufenden Fußball-Europameisterschaft in Verbindung mit Regenbogen-Symbolen lösten Enttäuschung aus: Die UEFA gestattete nur „kleine Symbole“ wie etwa Arm- bzw. Kapitänsbinde (und auch solche nur nach vorhergehenden „Ermittlungen“, wie bspw. gegen den deutschen Nationaltorhüter Mario Neuer wegen seiner Armschleife in Regenbogenfarben); die Begründung: „Jeder, der Sportveranstaltungen für sportfremde Kundgebungen benutzt“, verstößt gegen die „Allgemeinen Verhaltensgrundsätze“ der UEFA. Diese Auflage wurde prompt gegen die Beleuchtung ganzer Stadien in Regenbogenfarben angewendet, insbesondere dort, wo homophobe Politik über die völkerverbindende Idee siegte – etwa im russischen St. Petersburg oder in Baku, der Hauptstadt von Aserbaidschan…

Ganz spezieller Dank gilt an dieser Stelle sohin gesehen insbesondere jenem 18-jährigen Fan aus Nordrhein-Westfalen, der beim EURO-Match Deutschland gegen Ungarn am 23. Juni 2021 in der Fußball Arena München unmittelbar vor Spielbeginn mit der Regenbogenflagge über den Rasen lief und diese dem ungarischen Team unter die Nase hielt! Er protestierte mit seiner Aktion gegen das neue Gesetz in Ungarn, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homo- und Transsexualität einschränkt, das erst tags zuvor vom ungarischen Parlament gebilligt worden war…

Dennoch besteht Hoffnung; nämlich jene, dass jede Fahne, die entwendet oder zerstört wurde, durch eine neue ersetzt wird – und dass sie nicht nur im Pride-Monat als Symbol gegen Engstirnigkeit sichtbar war, ist und bleibt, sondern in diesem Sinn das ganze Jahr über bestehen wird. Und Hoffnung – auch unsere – stirbt ja bekanntlich zuletzt…

Die Redaktion

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